AGH 09.01.2004

Endlich: Hafenlohrtal als Ganzes als FFH-Gebiet (bedeutender Lebensraum für Pflanzen und Tiere) anerkannt
Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal (AGH) zeigt sich überglücklich

Rothenbuch. "Die Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal hat einen weiteren Meilenstein zur Rettung des Tales erreicht", freut sich Sebastian Schönauer, der Vorsitzende der AGH. "Das Hafenlohrtal, lange der ökologische Zankapfel zwischen der Bayerischen Staatsregierung und den Naturschützern in unserer Heimat, muss nun als wertvoller und einmaliger Lebensraum in den Biotopverbund "Natura 2000" aufgenommen werden. Es ist eine Schande, dass die Bayerische Staatsregierung erst durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) mit einem drohenden Zwangsgeld in Höhe von 800.000 Euro pro Tag dazu gezwungen werden musste, diese ökologisch besonders schutzwürdigen Flächen an die EU zu melden".

 

Sebastian Schönauer, der auf die freudige Nachricht durch ein Schreiben des Landratsamtes Aschaffenburg - eingegangen mit Dienstpost am 7.01.2004 - aufmerksam gemacht wurde, freute sich mit Bürgermeister Gerd Aulenbach über diesen Erfolg für das Hafenlohrtal, der auch mit Unterstützung der Gemeinde Rothenbuch zustande gekommen ist.

Der AGH Vorsitzende erläutert dazu die Vorgeschichte: "Im Zuge der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union wurden vom Bayer. Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen im Jahr 2000 Gebietsvorschläge erstellt. Zwar hat man in der Gemarkung Rothenbuch das Hafenlohrtal bis zur Grenze des Naturschutzgebietes "Oberes Hafenlohrtal" und neben großen Teilen des Staatsforstes das Steinbachtal in voller Ausdehnung in den Gebietsvorschlag nach der FFH- und der Vogelschutz-Richtlinie aufgenommen, jedoch nicht die nicht minder ökologisch bedeutsamen Gebiete von Lichtenau über Erlenfurt bis hinunter nach Hafenlohr. Trotz unserer fachlich fundierten Hinweise auf die ökologische Wertigkeit, den Schutzzweck und die angestrebten Erhaltungsziele der Flächen weigerte sich die Landesregierung, das Hafenlohrtal als ein schützenswertes Gebiet nach Brüssel zu melden. Und dies, obwohl die ökologische Wertigkeit des Hafenlohrtals eindeutig gegeben war.

Nicht einmal das neu ausgewiesene Naturschutzgebiet (NSG) "Auenwald bei Erlenfurt", das für die Einrichtung eines neuen "Messpegels" oberhalb eines Stausees vorgesehen war, sei gemeldet worden, so Schönauer. Die Gemeinde Rothenbuch habe damals ohne Erfolg dagegen protestiert. Auch wiederholte Aufforderungen des Bundes Naturschutz in Bayern e. V., des Kreistages Main - Spessart, der AGH und anderer Organisationen seien ignoriert worden, wohl in erster Linie, um die Stauseepläne für das Hafenlohrtal nicht verwerfen zu müssen.

"Um so größer ist nun unsere Freude", so der AGH Vorsitzende, "dass die Hartnäckigkeit der AGH und der Naturschützer in Bayern nun zum Erfolg geführt hat". Bürgermeister Gerd Aulenbach von Rothenbuch berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde Rothenbuch bereits am 20. April 2000 im Zuge der Anhörung der Gemeinden in ihrer Stellungnahme zur Festlegung von schutzwürdigen Flächen nach der FFH- und Vogelschutzrichtlinie der EU die Meldung des gesamten Hafenlohrtals vorgeschlagen habe. Dasselbe hätte dann am 15. Mai 2000 auch der Kreistag Main - Spessart getan.

Viele Hundert Einzeleinwender hätten sich der gemeindlichen Forderung angeschlossen. Im Begründungstext der Gemeinde habe es damals geheißen: Es ist nicht nachvollziehbar, warum gerade die in diesem Bereich für Flora und Fauna besonders wichtige Tallage mit einem Fließgewässer und nachweislich seltenen und bedrohten Tieren und Pflanzen nicht in den Gebietsvorschlag aufgenommen werden soll. Das Tal stellt in seiner Gesamtheit einen schützenswerten natürlichen Lebensraum für viele Vögel sowie Tier und Pflanzenarten dar. Die Aufnahme entspricht insbesondere dem Ziel des Biotopverbundes. Anzumerken ist weiter, dass das NSG "Auenwald bei Erlenfurt" nicht im Gebietsvorschlag ausgewiesen ist und dementsprechend nachzutragen ist. "

siehe auch:
Die ökologischen Schätze als vorausschauende und unermüdliche Arbeit der AGH!
Die ökologischen Schätze (AGH 08.08.2000)